Weiße Trikots – weiße Weste – ein Tag zum Verlieben
Samstag, 14.02.2026, 7:00 Uhr:
Die Munich Titans reisen mit einem klaren Ziel zum 9. Kobel Cup an: Titel verteidigen.
Nachdem die Siegfarbe der letzten Saison in allen Spielen Weiß war, schien dieser Fluch – oder eher Segen – im Saisonverlauf hier und da kleine Risse zu bekommen. Doch nicht am Tag der Liebe. Statt roter Rosen gab es Herzstillstand-Momente – und das durchgängig in weißen Trikots.
Kein Farbwechsel, vielleicht ein bisschen Aberglaube – jedenfalls war Weiß gesetzt.
Und die weißen Titans blieben ungeschlagen.
Spiel 1 – IceCrusher, 7:30 Uhr und sieben Sekunden Ewigkeit
Auftakt gegen die Gastgeber. Dramatischer hätte man es nicht planen können.
Anpfiff war bereits um 7:30 Uhr morgens – eine Uhrzeit, zu der andere Menschen ihre Decke noch bis zur Nase ziehen. Wir standen da schon auf dem Feld. Die Beine noch leicht wackelig, der Kreislauf irgendwo zwischen „Bootvorgang läuft“ und „System noch nicht vollständig geladen“. Der erste Kaffee und das erste Bull vermutlich noch in Verhandlung mit dem Stoffwechsel.
Trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – entwickelte sich das Spiel zu einem echten Kampf. Intensiv, eng, umkämpft. Niemand schenkte dem anderen Raum oder Zeit. Mit jeder Minute wurde klar: Das hier wird kein lockerer Wachwerd-Kick.
Und dann lief die Uhr runter. Sehr weit runter.
Sollten wir tatsächlich mit einem 1:1 in dieses ausgesprochen gut organisierte Turnier starten? – Chapeau an dieser Stelle bereits an die Gastgeber!
Die ganze Halle ging davon aus.
Aber ein paar inzwischen wache und unbändige Titanen-Beine bewegten sich unaufhörlich nach vorne.
Sieben Sekunden vor Schluss bekommen wir noch einmal die Chance. Kein hektischer Verzweiflungsversuch, sondern ein sauber ausgespielter Angriff. Klarer Abschluss. Die Scheibe schlägt ein.
2:1 für die Titans.
Von morgendlichem Wackelgang zur kollektiven Explosion in einer Sekunde. Die Halle hellwach – zumindest jene, die sich zu dieser Uhrzeit schon auf die Tribüne verirrt hatten. Unsere Bank? Ausnahmezustand.
Spiel 2 – IGELS Ottobrunn und die Fortsetzung des Nerventests
Wer dachte, wir hätten unser Last-Second-Drama-Kontingent bereits aufgebraucht, wurde eines Besseren belehrt.
Nach der ersten Halbzeit führten wir souverän mit 2:0. Doch die kurze Verschnaufpause nutzten die IGELS hervorragend und kamen mit einem schnellen Doppelpack innerhalb weniger Minuten zurück ins Spiel. Plötzlich war alles wieder offen.
Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Führung, Ausgleich, Tempo auf beiden Seiten – wieder nichts für schwache Nerven. Und wieder näherte sich die Uhr bedrohlich dem Ende.
Diesmal war sie sogar noch weiter hinabgelaufen.
Ein weißer Titan taucht vor dem Tor auf – eine Chance – die Uhr zeigt noch fünf Sekunden.
Wir nutzen sie. Abschluss. Tor. 3:2.
Langsam entstand der Verdacht, dass wir heimlich nur Szenarien unter zehn Sekunden trainieren. Zwei Spiele, zwei Siege – beide in letzter Sekunde entschieden. Dramatischer geht es kaum.
Und immer noch: komplett in Weiß. Die Serie lebt.
Spiel 3 – Waldseebiber Monheim und der heiße Motor
Nach zwei Herzschlag-Finalen dachten wir uns wohl kollektiv:
„Heute dürfen die Uhren mal etwas entspannter auslaufen.“
Vielleicht lag es aber auch an der luxuriösen Regenerationszeit von ganzen 15 Minuten zwischen Spiel zwei und drei. Während die Zamboni seelenruhig ihre Bahnen zog und das Eis geschniegelt und geschniegelt hinterließ, fragten wir uns, ob es vielleicht auch eine Version für überhitzte Titans gibt. Das Eis bekam seine Abkühlung – wir nicht.
Wer braucht schon Cool-down, Taktikbesprechung oder einen Puls unter 160? Regeneration ist schließlich auch nur ein Gerücht. Wir sind praktisch mit noch heiß laufendem Motor wieder aufs Feld gerollt – Betriebstemperatur irgendwo zwischen „sportlich ambitioniert“ und „leicht vulkanisch“.
Und genau so haben wir gespielt.
Von Beginn an Druck, Tempo, Zug zum Tor. Keine Anlaufzeit, kein Abtasten – einfach weitermachen. Das Ergebnis: ein deutliches 6:1.
Besonders sehenswert: zwei Shorthander. Unterzahl? Offenbar nur ein anderes Wort für kreative Offensive. Während andere Teams verwalten, drehen wir auf.
Trotz aller Offensivlaune blieb das Spiel jederzeit fair. Absolut verdient ging der Pokal für die fairste Spielerin nach Monheim – starkes Zeichen, starkes Team. Gratulation an dieser Stelle an die Spielerin!
Und wir? Weiter in Weiß. Weiter ohne Makel.
Finale – Wieder IceCrusher. Wieder Hochspannung.
Natürlich kam es im Finale erneut zum Duell mit den Gastgebern. Ein würdiger Abschluss für ein Turnier, das ohnehin an Spannung kaum zu überbieten war.
Das Spiel war intensiv, eng und taktisch geprägt. Jeder Fehler hätte entscheidend sein können. Chancen auf beiden Seiten, kein Zentimeter geschenkt.
Dann fällt es – das eine Tor.
1:0 für die Titans.
Und hinten? Janet.
Ruhig. Konzentriert. Unüberwindbar.
Shutout im Finale. Kein Durchkommen. Kein Wackler. Wenn vorne ein Treffer reicht und hinten nichts anbrennt, dann ist das Titelverteidigung in Reinform. Zurecht ging der Titel des besten Turniergoalies an Janet!
Fazit – Rote Rosen und weiße Trikots, beides irgendwie zum Liebhaben
Etwas überraschend – und mit Sicherheit auch begünstigt durch zwei Last-Second-Tore – sind wir ungeschlagen geblieben. Der weiße Tag gipfelte im Shutout im Finale.
Die weiße Weste ist geblieben – sportlich wie optisch.
Der 9. Kobel Cup 2026 war nichts für schwache Nerven, aber genau das macht solche Turniere unvergesslich. Teamgeist, Wille bis zur letzten Sekunde und die Fähigkeit, selbst um 7:30 Uhr schon Großes zu leisten – all das hat dieses Wochenende besonders gemacht.
Ein riesiges Dankeschön an alle beteiligten Teams für faire, intensive und sportlich starke Spiele. Genau solche Gegner machen ein Turnier erst wertvoll.
Und vor allem: Danke an die IceCrusher für die hervorragende Organisation. So ein Turnier auf die Beine zu stellen ist alles andere als selbstverständlich – Respekt für dieses rundum gelungene Event.
Mission Titelverteidigung bleibt auch für die Saison 2026/27 bei den Titans.
Wir freuen uns jetzt schon darauf, den Pokal im kommenden Jahr erneut zu verteidigen. 🏆🥅🏒